Geschichte: die Karwoche in der Stadt Huelva


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Zwar gibt es keinen Urkundsbeweis ihrer Gründung, aber die Bruderschaften Huelvas blicken auf eine über 500-jährige Geschichte zurück. Die ältesten wurden vermutlich zwischen 1573 und 1591 gegründet. Dazu gehören die Bruderschaften vom Heiligen Grab, des Nazareners und des Wahren Kreuzes, die heute in der Bruderschaft "Oración del Huerto" - im Gedenken an das Beten Jesu im Garten Gethsemani - aufgegangen ist.

Anfang des 17. Jahrhunderts erfuhr Huelva ein starkes Bevölkerungswachstum und einen wirtschaftlichen Aufschwung, die, zusammen mit der Frömmigkeit, durch die Gründung von Bruderschaften die Basis für die heutige Karwoche bilden.

Nach Höhen und Tiefen, die mit einem Rückgang des Bevölkerungswachstums, der Aufgabe von Kirchen und Klöstern oder der Auflösung oder Umorganisation von Bruderschaften (wie "Los Judíos" in 1862) zusammenhingen, wurde im Jahr 1893 eine neue Bruderschaft gegründet: die der Hoffnung (La Esperanza).


Pasión

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts nimmt die Gestaltung der Karwoche ihre heutige Form an. In den zwanziger Jahren gab es nach Gründung der "Pasión", der "Nuestra Señora de la Consolación" (Unsere Liebe Frau des Trostes) und der "Oración en el Huerto" (das Beten im Garten Gethsemani) schon acht Bruderschaften. Die politischen und ideologischen Umwälzungen in dem Spanien der folgenden Jahre, die letztlich zum Bürgerkrieg führten, hinterließen ihre Spuren auch in der Karwoche Huelvas: Streichung von Subventionen und Angst vor Verfolgung führten dazu, dass zwischen 1931 und 1934 die Bruderschaften sich auf ihre jeweiligen Kirchen beschränkten.

1935 treten Sie wieder in die Öffentlichkeit und es beginnt sich eine offizielle Strecke abzuzeichnen, aber schon ein Jahr später richtet sich, mit Beginn des Bürgerkriegs, Vandalismus gegen religiöse Gebäude und Symbole, was in Huelva dazu führt, dass alle Bruderschaften ihr Vermögen verlieren, mit Ausnahme der "Los Judíos", da deren Heimatkirche La Merced, heute Kathedrale, von den Angriffen verschont blieb.

Das Nachkriegsregime fördert den Wiederaufbau der Bruderschaften und die Gründung neuer. In den 1940er Jahren werden acht neue gegründet und 1944 entsteht der Verband "Unión de Cofradías". Wegen der wirtschaftlichen Lage waren dies jedoch schwere Jahre. Im folgenden Jahrzehnt bessert sich die Lage kaum, trotz der Gründung der Diözese Huelva, das bis dahin zur Erzdiözese Sevilla gehörte.

In den 1960er Jahren brachte der wirtschaftliche Aufschwung unter dem Banner des "Entwicklungspols" eine Änderung. In diesen Jahren hätte ein Generationswechsel bei der Karwoche stattfinden sollen, aber die Bevölkerung zeigte wenig Interesse. Auch die Kirche machte die Situation nicht einfacher. Zusätzlich geschah es immer öfter, dass die Schnitzbilder auf den Straßen während der Bußprozessionen stehen gelassen wurden, weil die bezahlten Träger sich davonstahlen.


Jesús de la Humildad (foto: J.M Jiménez)

1972 wird eine neue Bruderschaft gegründet, die der Karwoche einen neuen Aufschwung verleiht. Es handelt sich um "El Calvario", die erste Schweigebruderschaft und die erste, die über eine eigene Trägergruppe (Costaleros) verfügte. Die Bruderschaften erholen sich langsam und eine wachsende Begeisterung auch jüngerer Mitglieder - die auch heute noch anhält - führen zur Bildung von Träger-, Bläser- und Trommlergruppen und zu neuen Bruderschaften, besonders in den 1980er Jahren. Beispiele dieser Entwicklung sind La Lanzada (1986), Cautivo (1981), La Misericordia (1982), El Perdón (1987), El Prendimiento (1987) oder La Fe (1988).

Heute nehmen 23 Bruderschaften an den Prozessionen der Karwoche in Huelva teil. Daneben bestehen drei weitere, die nicht der offiziellen Strecke folgen, sondern durch andere Straßen Huelvas ziehen: Zwei am Passionssamstag - La Sentencia und La Santa Cruz - und die dritte, El Resucitado, am Ostersonntag. Darüber hinaus wird am Schmerzensfreitag die "Jungfrau der Schmerzen" (Virgen de los Dolores) der Bruderschaft La Lanzada traditionell durch die Straßen des Viertels Las Colonias getragen.