|
|
|
Fiestas und Traditionen in Huelva
 |
Haben Sie's gewusst...? |
Innerhalb Spaniens gilt die Karwoche in Huelva und Ayamonte als besonders sehenswert.
Die Rocio-Wallfahrt ist die bedeutenste und größte Pilgerfahrt Spaniens. 106 Bruderschaften nehmen nach Einladung der "Hermandad Matriz de Almonte" daran teil.
Wie jeder Ort in Spanien hat Huelva eine ganze Reihe volkstümlicher "Fiestas", ganz seinen
Eigenarten und Traditionen entsprechend. Und so wie in anderen Gegenden Spaniens auch, haben diese
Volksfeste einen bedeutenden religiösen Inhalt, wobei das andalusische Wesen dazu führt, dass in
der Mischung aus Feierlichkeit und Ausgelassenheit letztere ein größeres Gewicht einnimmt.
Dabei fällt natürlich sofort auf, dass wegen des günstigen Klimas viele dieser Veranstaltungen in Huelva unter freiem
Himmel stattfinden. Daneben stehen die Volksfeste in Huelva sehr im Zeichen der Gastronomie (mit Gerichten,
die teilweise ausschließlich während dieser Feste zubereitet werden), der Musik und des Tanzes.
Die populärste und weltweit bekannteste Fiesta in Huelva ist die Wallfahrt zur Hl. Jungfrau zu El Rocío.
Tausende von Gläubigen begeben sich in das kleine zu Almonte gehörende Dorf, um die Hl. Jungfrau zu verehren
und ihr gegenüberzustehen, sowie um eine einzigartige Erfahrung auf dem Wege dorthin zu erleben. Dieses Ereignis
ist seit über siebenhundert Jahren überliefert und findet immer zahlreichere Anhänger (über 100 Bruderschaften,
eine sogar aus Brüssel). Über Pfingsten und die Vorwoche füllen sich der Weg nach Almonte und das Dorf El Rocío
farbenfroh mit Wagen, Gesang, Staub, Schweiß und insbesondere mit viel Leidenschaft.
Wenngleich die Karwoche im Schatten der zu diesem Anlass in Sevilla stattfindenden Veranstaltungen steht,
ist das Ereignis in Huelva zwar kleiner, dafür aber um so intimer und gesammelter und gilt als von besonderem
nationalen Interesse. 26 Bruderschaften ziehen zwischen Karsamstag und Ostersonntag in Prozessionen durch die
Straßen der Provinzhauptstadt und bieten bei einigen Gelegenheiten wahrhaft großartige Erlebnisse und die
Möglichkeit, besondere Winkel zu "entdecken", von denen aus der Vorbeizug der Schnitzwerke zu bewundern
sind.
Zusätzlich zu El Rocio...
Eine der sogenannten "kleineren" Wallfahrt, die aber ebenso hervorzuheben ist, weil sie als von besonderem
nationalen touristischen Interesse gilt, ist die zur "Nuestra Señora de Los Ángeles" aus Alájar, eine
Überlieferung aus dem 16. Jahrhundert, die sich im Jahr 1843 festigte, als die Kirche dem Dorf den Felsen
"Peña de Arias Montano" schenkte, um einer Enteignung vorzubeugen. Diesem Ereignis wird jedes Jahr mit
einer symbolischen "Einnahme des Felsens" gedacht.
Praktisch jeder Ort hat seine eigene Wallfahrt, die jeweils genau nach dem Ostersonntag beginnen und sich bis
zum Spätsommer erstrecken. Diese Zeit des Jahres ist ausgefüllt mit lokalen Fiestas - fast immer dem Patron
oder der Jungfrau Maria gewidmet. Fast den gesamte Frühjahr über und während des Sommers könnte man so ohne
Unterbrechung von Dorf zu Dorf und von Feierlichkeit zu Feierlichkeit ziehen.
Weniger erhaben als Wallfahrten und Prozessionen ist der Karneval, der in Huelva eine Tradition hat, die
mehrere Jahrhunderte zurückgeht (auch wenn der Karneval in Huelva weniger bekannt ist, als der des benachbarten
Cádiz). Hier sind der Carnaval Colombino in der Stadt Huelva hervorzuheben sowie der Karneval von Isla Cristina
mit einer jahrhundertalten Tradition des Ulks und der Streiche.
Noch viel mehr Feste verteilen sich über das Jahr in der Provinz Huelva: Tage, die dem Mittelalter, der
Gastronomie, dem Tanz und Gesang gewidmet sind, Weinlesefeste … sie alle reflektieren die Fröhlichkeit, die
diesem Landstrich inne wohnt.
Schweinezucht in der Sierra
Die Tradition des Schlachtens (des iberischen Schweines) ist am stärksten in der Sierra verwurzelt und dort
von Generation zu Generation in den Familien überliefert. Die sogenannte "Matanza" wird z.B. in Campofrío als
eigenes Fest gefeiert. Geschlachtet wird im Januar und Februar. Diese Tradition ist nicht nur ein Höhepunkt für
Besucher und eine Art, die lokale Kultur hochzuhalten, sondern auch eine Gelegenheit, sich für das ganze Jahr
mit Fleisch, Schinken, Pökelwurst und sonstigen Wurstwaren zu versorgen.
Der Flamenco ist ein weiterer Ausdruck der andalusischen Landschaften. Wenngleich der Flamenco als solcher erst
zwei Jahrhunderte alt ist, gehen seine Wurzeln viel tiefer. Seine arabischen und Romaeinflüsse sind
augenscheinlich. Man kann jedoch behaupten, dass der Flamenco ein Verschnitt des Folklore aller Völker ist,
die im Süden Spaniens gelebt haben. Gerade die große Menge an Kulturen, die hier miteinunder gelebt (oder
gestritten) haben, sind als Stilmerkmale in dieses Phänomen der Sanges-, Instrumental- und Tanzkunst eingeflossen,
das Flamenco heisst.
Der harte "Kern" des Flamenco liegt zwischen Sevilla, Cádiz und Jerez de la Frontera, aber alle Provinzen
Andalusiens tragen mit ihrem Einfluss bei. Huelva, immer darauf bedacht, seinen eigenen Weg zu gehen und auf
keinen Fall Sevilla nachzueifern, hat seinen eigenen Stil entwickelt, dessen wesentlicher Ausdruck der Fandango
ist, dessen Ursprung in dem Dorf Alosno in der Provinz Huelva vermutet wird, wie sich aus Aufzeichnungen um das
Jahr 1492 ergibt. Viele Theorien vertreten die Auffassung, dass es sich um den ursprünglichsten aller Gesänge
hundelt, viel älter als der "Flamenco" an sich.
Weitere Traditionen
Der Fandango war ursprünglich ein Tanz. Er erfuhr eine weitgehende Umwandlung durch seine Verbindung mit dem
Flamenco, so dass viele seiner aktuellen Ausformungen Lieder zum Zuhören sind.
Die "Fandangoroute" Huelvas kann man von Süden nach Norden verfolgen und die Gegenden erfassen, in denen sich
die unterschiedlichen Stile des Fandango entwickelt haben. Von Huelva an der Küste aus über El Cerro del Andévalo,
Valverde del Camino, Calañas, … bis Encinasola in den Bergen.
Zu den vielhundert Traditionen, die den Besucher erwarten, zählt das Rodeo "Saca de las Yeguas" in Almonte.
Diese Tradition besteht darin, dass einmal im Jahr gegen Ende Juni die Pferdezüchter Stuten und Fohlen aus
den wildlebenden Herden im Marschland von Doñana trennen und über das Dorf El Rocío nach Almonte treiben.
Dort werden den Fohlen Mähne und Schweif geschnitten und sie werden gekennzeichnet. Einige werden verkauft,
aber die meisten werden in das Marschland zurückgebracht.
All die erwähnten Fiestas und Traditionen sind nur eine Auswahl dessen, was in der Provinz Huelva gefeiert wird. Es
lohnt sich, sie aus der Nähe kennen zu lernen, denn sie stellen eine einzigartige Erfahrung und unvergessliche
Gelegenheit dar für die Besucher, die das Glück haben, daran teilzunehmen.
|