Essen und Trinken in Huelva


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Lange Zeit wurde die spanische Küche im Vergleich mit der französischen Spitzenküche als "weniger exquisit" eingestuft. Dies hat sich jedoch vor einigen Jahren geändert, als die spanische Kochkunst in Mode kam und einige innovative Küchenchefs internationalen Ruhm erlangten. Derzeit gehen viele von ihnen auf gutbesuchte internationale Tourneen und ihre Restaurants haben sich in Pilgerstätten verwandelt, die jeder angehende Koch besucht haben muss.

Die neue spanische "Haute Cuisine" ist außerordentlich innovativ und bedient sich oft seltener chemischer Prozesse und Vermischungen von Aromen, die den Gaumen der Genießer verwöhnen.

Neben dieser neuen spanischen Variante der Spitzenkochkunst sollte man nicht die traditionelle Küche Spaniens vergessen, die man als "wahre Küche" bezeichnen könnte: So speist die normale Bevölkerung, also fast jeder. Es handelt sich um eine stark landschaftlich geprägte Küche, in der viel Gemüse und Fisch verwendet werden (die sogenannte "mediterrane Ernährungsweise"), die sich dennoch durch kräftige Aromen und im allgemeinen hohen Nährwert auszeichnet, wie es sich für ein Land gehört, dessen Einwohner sich durch eine besonders feurige Vitalität auszeichnen.

Wie immer, wenn man über Spanien spricht, sind Verallgemeinerungen sehr problematisch. Wenn man davon ausgeht, dass in jedem Landstrich gut gegessen wird, zeichnet sich jede Region, jedes Gebiet, jede Provinz, "historische Nation" oder welche Bezeichnung auch immer man wählt, dadurch aus, dass sie ihre eigenen Merkmale, Vorzüge, typischen Gerichte und Spezialitäten aufweist. Freunde guten Essens werden sich in Spanien nie langweilen und wenn sie nach Huelva kommen, werden sie überrascht sein, dass die sprichwörtliche Unkenntnis über diese Provinz dazu geführt hat, dass viele der Köstlichkeiten dem Rest des Landes über Jahrhunderte verborgen geblieben sind.

Die Küche Huelvas zeichnet sich durch zwei besondere Merkmale aus: erstens, wie in den übrigen Regionen Spaniens auch, durch den Einfluss der vielen Kulturen, die in dieser Landschaft gelebt haben. Zweitens, durch den positiven Einfluss der bevorzugten Lage auf Huelva: Die Lage zwischen Meer und Bergen und sein an Landwirtschaft reiches Binnenland bietet seiner Küche das Beste dieser drei Welten.

Es fällt daher schwer, eine kurze Zusammenfassung aller gastronomischen Spezialitäten der Provinz zu bieten. Huelva, Andalusien ist vor allem bekannt für drei Produkte, deren herausragende Qualität außer Frage steht: Der Schinken aus der Sierra (in der Bezeichnung "Serrano" enthalten), die roten Beeren (insbesondere die Himbeeren und Erdbeeren aus Lepe und Palos) sowie Krustentiere und Fisch der Küstenregion.

Es findet sich in Huelva noch eine ganze Reihe von Produkten allerbester Qualität, die trotzdem (noch) nicht den außerordentlichen Ruhm des Jabugo-Schinkens erlangt haben: exzellente Weißweine aus dem Condado Weinbaugebiet in Huelva, qualitätsvolle Spirituosen, Most, Olivenöl- und Essigspezialitäten, die bei internationalen Wettbewerben beginnen, ausgezeichnet zu werden. Orangen, Spargel und andere Gartenbauprodukte haben bereits angefangen, diversen Anbaugebieten Spaniens mit großer Exporttradition Konkurrenz zu machen.

Jede Region Huelvas, in Andalusien hat seine Spezialitäten, die sich manchmal zu einem Huelvatypischen Geschmack vermengen, den es so nirgendwo anders gibt. Die Küste ist natürlich das Gebiet der Schalentiere und Muscheln. Die Gambas aus Huelva gehören zu den am meisten geschätzten unter den spanischen Meeresfrüchten, und über die Coquinas (Dreiecksmuscheln) und die Puntillitas (kleine Tintenfische) werden wir noch Gelegenheit haben, uns auszulassen. Nicht zu vergessen der Choco (ein dem Kalmar ähnlicher Kopffüßler), der den Einwohnern der Provinzhauptstadt zu der Bezeichnung "Choqueros" verholfen hat. Bei seiner Zubereitung sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Wir empfehlen Ihnen, folgende Variante zu probieren: frittiert in leichter Panade (oder auch als Hackbällchen), mit Soße und weißen Bohnen serviert...

Huelva bietet seinen Besuchern eine reichhaltige Auswahl an Fisch. Viele der Fischauktionshallen der Provinz zählen zu den bedeutendsten in Spanien.

Je weiter wir uns der Küste entfernen, treffen wir verstärkt auf Gerichte mit Gartenbauprodukten (Enzapatás-Bohnen, Eintöpfe, Kichererbsen mit Spinat usw.). Das Fleisch dazu liefern Lämmer und Schweine. Aber auch Wildbret und Pilzgerichte (hier insbesondere der Gurumelo) sollte man sich nicht entgehen lassen sollte. Und die Konditoreiprodukte sind (obwohl kleine "Kalorienbomben") einfach unwiderstehlich. Sind wir in der Sierra angelangt, scheint sich das Schwein in den absoluten Mittelpunkt verwandelt zu haben, obgleich es eine große Auswahl an Fleisch gibt. Wir betreten die Hutewälder, Eichenhaine und finden einen Schinken, der den stärksten Männer vor Verzückung das Herz bricht. Nicht zu vergessen sind die eher typisch andalusischen Gerichte, die hier auch vielerorts in sehr guter Qualität angeboten werden: Gazpachos (kalte Gemüsesuppe), Salmorejo (Gewürztunke), Migas (Brotkrumen) usw. Den Tapas und ähnlichen Häppchen ist natürlich kein Entkommen. Zu den hunderten für die Provinz typischen Gerichten und Nachtischen zählen Schweinebäckchen, Lammeintopf, Koriander-Gazpacho, Pilz-Tomaten-Eintopf, die "Pimentá", Griebenkuchen, Kastaniengerichte, die "Poleás", Obstkuchen, Eischnee usw.

Eine einzige Zutat ist unverzichtbar: Offenheit gegenüber neuen Ideen. Man sollte bestimmte "überraschende" Gerichte nicht allein wegen ihres Aussehens oder ihrer Bezeichnung beurteilen. Wer sich nicht traut, Fischgerichte mit Namen wie Pijotas, Pelúa, Araña oder Temblaera zu probieren, dem entgehen die leckersten Köstlichkeiten. Man muss dem Abenteuer eine Chance geben!