|
|
|
|
Huelva - El Rocío - Geschichte
|
|
(Foto: Centro de Estudios Rocieros)
König Alfons X (der Weise) erobert im Jahr 1262 Niebla und das dazu gehörende Taifareich. Um 1285-1300 wird an
einer Stelle neben zwei königlichen Jagdgründen - Lomo de Grullo und La Rocina - zu Ehren der Madonna von Las
Rocinas als Dank für dieses Ereignis eine Klause im Mudejarstil errichtet. Es war damals üblich, an von den
Mauren zurückeroberten Orten eine Klause zu errichten. Hier wurde als Gnadenbild ein geschnitztes Bildnis der
Muttergottes aufgestellt.
Soweit die geschichtlichen Tatsachen. Nach der Legende befand sich im 15. Jahrhundert ein Hirte oder Jäger in
La Rocina, der durch das Bellen seines Hundes aufmerksam gemacht, an einem Baumstamm das Bildnis der Muttergottes
entdeckte. Der Mann nahm das Bild mit nach Almonte. Aber auf dem Wege schlief er ein. Als er erwachte, war das
Bild verschwunden. Er kehrte an die Fundstelle zurück und fand das Bild wieder an seinem ursprünglichen Ort.
Seine Geschichte machte die Runde im Dorf. Nachdem sich die Ortsvorsteher zum Ort des Geschehens begeben hatten,
beschlossen sie, dort eine Kapelle zu errichten, die das Bildnis aufnehmen sollte. Seitdem wird dieser Ort
"Virgen de las Rocinas" genannt.
1582 erwirbt Almonte das Gelände und fünf Jahre später stiftet der nach Amerika ausgewanderte Baltasar Tercero
eine Summe für die Errichtung eines dauerhaften Pfarrbezirks. Dadurch wurde dem Ort ein bedeutender Schub gegeben
und verhindert, dass wie in anderen Fällen die Kapelle und die Verehrung verschwanden.
Die als Vollplastik geschnitzte Skulptur der Madonna wird 1635 in der Mode der damaligen Zeit ausgestattet.
Sie trägt bis heute diese Kleidung im Habsburger Stil. 1653 wird die Gnadenmadonna zur Schutzpatronin von Almonte
ernannt und ihr Fest auf den 8. September festgelegt. Im Jahr 1758 wurde dieses Fest auf den "zweiten Tage der
Entsendung des Heiligen Geistes" (Pfingstmontag) verlegt und die Bezeichnung der Heiligen von "Rocinas" auf
"Rocío" geändert.
Im 17. Jahrhundert entstehen die ersten Bruderschaften, aber es sollte bis zum 20. Jahrhundert dauern, bis
sich deren Zahl beträchtlich erhöhte.
Die unter Alfons X errichtete Kapelle bestand bis zum berüchtigten Lissaboner Erdbeben im Jahre 1755. Fünf
Jahre später wird eine größere Gnadenkapelle geweiht, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts renoviert und
schließlich für den Bau der heutigen, im Jahre 1969 geweihten, Kapelle abgerissen.
Weitere herausragende Ereignisse sind die kanonische Krönung der Madonna im Jahr 1919 und die Visite von
Papst Johannes Paul II im Jahre 1993.
|